Montag, 5. Oktober 2009
Gebissen - Boris Koch
Klappentext:
Es heißt, da ist ein Junge, der einst von einem dunklen Wesen gebissen wurde. Seltsame Veränderungen sind ihm damals widerfahren, die er jedoch verbergen konnte. Jahre später, gerade als er die Liebe seines Lebens trifft, holt ihn seine Vergangenheit ein. Denn sie sind mitten unter uns – die Vampire. In den Tiefen Berlins lauern sie, sie nähren sich von unserem Blut und unseren Tränen, und es bleibt nur wenig Zeit, ihre Rückkehr aufzuhalten …
Inhalt:
Alex lebt als freier Journalist und Gelegenheits-DJ in Berlin. Er ist Single, hört "schwarze" Musik und ist selbstmordgefährdet und - ein Vampir. Nachdem er als Kind von einem seltsamen Wesen gebissen wurde, hat er eine auffällige Narbe am Arm und ist zu einem Vampir geworden, wovon er selbst nichts ahnt, bis ihm eines Nachts die atemberaubende, unglaublich sexy Danielle trifft, die ihn anspricht und mit der er prompt mir-nichts-dir-nichts im Bett landet. Am nächsten Morgen ist sie verschwunden, steht aber ein paar Tage später wieder vor seiner Tür und sorgt für einen Eklat. Denn er ist gerade mit seiner neuen Freundin intim, als Gabrille ihn überfällt, verführt und ihm verkündet, dass er ein Vampir ist und sie seine Gegnerin, denn sie ist ebenfalls kein Mensch... und obwohl sie sich eigentlich spinnefeind sein müssten (und mal ganz von seiner Freundin abgesehen), können sie doch die Finger nicht voneinander lassen...
Danielle führt ihn ein in Welt der Vampire, klärt ihn darüber auf, wie das "Vampir-Sein" funktioniert. Tief unter jeder Stadt lebt der Vater der Vampire, nährt sich von Blut und Tränen...
Alex kann sich mit dem Gedanken ein Vampir zu sein einfach nicht anfreunden und beschließt mit Danielle das Wesen zu bekämpfen...
Meine Meinung:
Ein deutscher Vampirroman, der vor anderen nicht zurückstecken muss! Spannend, mit außergewöhnlichen Ideen, gut geschrieben. Da kommen keine Klagen auf!
Sehr originell fand ich die Theorie, wie Vampire entstehen und was sie sind.
Die Geschichte des Buches ist schlüssig, spannend und ohne Handlungshänger. Das Ende ist relativ vorhersehbar, kann aber trotzdem mit einigen überraschenden Wendungen punkten, sodass das Buch insgesamt ein durchaus gutes Leseerlebnis ist.
Einige kleine Kritikpunkte habe ich, diese beziehen sich allerdings eher auf die Story, als auf die Umsetzung und sind daher sicherlich Geschmackssache.
*Bitte ab hier den teilweise ironischen Unterton beachten*
Zuerst: Die Namen. Da treffen wir Norbert (einen Zivi im Jahr 2009! Armer Kerl...), Sandy (natürlich aus dem Osten...), Günni, Alex und Co. Sicher sind das alles keine komischen Namen, aber mich haben sie beim Lesen etwas gestört. Wohl Gewohnungssache da eher etwas englisches zu erwarten, oder etwas zivileres :gruebel Ich weiß es nicht...
Klischees werden hier auf jeden Fall erfüllt. Sei es beispielsweise durch die unglaublich tolle Danielle, deren Anziehungskraft der der schwarzhaarige, Metall-hörende Protagonist erst gar nicht verstehen kann, denn die gute Dame trägt weiß, silber, blauen Lidschatten und rosa Lippenstift, und das ganze auch noch gekrönt von langem blonden Haar.
Dann: Etwas viel Sex möchte man meinen (Alex + Danielle in allen möglichen und unmöglichen Situationen, da pardon, sollten die Nachbarn mal über Oropax nachdenken). Leider hat mich eben dieser Punkt etwas gestört. Da trifft der Protagonist die Liebe seines Lebens (ich nehme mal an, mit dieser im Klappentext gemeinten Person ist seine neue Freundin gemeint, und nicht die Sexbombe Danielle!) und als es an der Tür klopft, während er mit ihr intim ist und Danielle davor steht, kann er einfach seine Triebe nicht genug beherrschen und vernascht sie gleich vor Augen seiner "großen Liebe". Sorry, aber das fand ich etwas heftig. ZWar bekommt der Protagonist doch leichte Gewissensbisse, aber mehr eben auch nicht und wenn die Hose mehr zwickt als das Gewissen, dann muss da eben Druck abgebaut werden...
Sein erigiertes Geschlechtsteil war auf jeden Fall ein häufigeres Thema als seine Verliebtheit oder gar die große Liebe.
Die verwendete Sprache in diesen Szenen war auch eher derb-maskulin, aber passte zum Protagonisten und zur gesamten Stimmung des Buches.
*Ironie aus*
Insgesamt wie gesagt eine spannende Story mit guten Ideen, kleine Abstriche muss ich machen, es hat mir nicht ganz sooo toll gefallen.
Dennoch 7 von 10 Punkten.
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Das Buch der Lügen
Klappentext:
Niemand ist unverletzbar, wenn das Böse zuschlägt. Der erste Mord der Menschheitsgeschichte: Kain tötet Abel. Über die Tatwaffe schweigt die Bibel.
1932 wird Mitchell Siegel mit drei Schüssen getötet. Sein Sohn träumt von einem unverwundbaren Helden, als Erwachsener wird er Superman erfinden. Der Mord bleibt ungelöst.
Bis 70 Jahre später Cal Harper auf einen mit derselben Waffe verletzten Mann stößt Doch bevor Cal Fragen stellen kann, werden beide von einem Fremden attackiert. Er trägt ein Zeichen: das Mal des Brudermörders Kain.
Damit beginnt eine Rätseljagd, mit Superhelden und Superschurken, die an den Anfang aller Zeiten führt.
Inhalt:
Cal Harper, Betreuer von Obdachlosen ist mit seinem Freund, dem Ex-Prieser Roosevelt auf einer dienstlichen Fahrt, als sie einen Verwundeten in einem Park finden.
Sonderbarerweise ist es Cals Vater, den dieser seit 19 Jahren nicht gesehen hat - als dieser ins Gefängnis musste, nachdem Cals Mutter in einer Auseinandersetzung starb.
Ein Killer ist hinter Cals Vater her, denn dieser soll einen mysteriösen Container abholen - mit unbekanntem Inhalt. Da Cal seinem Vater nicht traut, beschließt er, dem nachzugehen und gerät ebenfalls in die Schusslinie des Killers, der Mitgleid eines geheimen Bundes ist und seinerseits auf den Inhalt des Containers aus ist.
Der Gegenstand hinter dem diese Vereinigung her ist, ist das Buch der Lügen, das dem Roman seinen Titel gibt, ein Buch, das mit dem Mord Kains an Abel zu tun hat und das geheimes Wissen bergen soll...
Eine Rätseljagd beginnt auf der Suche nach diesem Buch und dem geheimen Wissen. Rasant geht es dabei zu, zahlreiche Parteien kämpfen gegeneinander, Verschwörer spielen verdeckte Rollen und auch eine berühmte Comic-Figur spielt eine tragende Rolle - Superman!
Denn der im Klappentet erwähnte Sohn von Mitchell Siegel war kein anderer, als der Erfinder von Superman!
Doch wer wissen möchte, wie ein berühmter Comic, die Geschichte um Kain und Abel und das Buch der Lügen zusammenhängen, der lese selber dieses Buch!
Meine Meinung:
Ein rasanter Thriller mit außergewöhnlichen Ideen! Verschwörungsgeschichten mit kirchlichem Hintergrund sind beileibe nichts Neues oder allzu Spektakuläres auf dem Buchmarkt.
Brad Meltzer schafft es dennoch ein lesenswertes Buch zu präsentieren, indem er die Geschichte mit neuen Elementen kombiniert (Superman!). Das Buch liest sich flott und schnell, ohne dabei platt zu wirken. Der Schreibstil ist angenehm, locker und nicht zu literarisch.
Positiv ist auch zu vermerken, dass seitenlange, religiöse Dispute ausbleiben - die Handlung zeigt kaum Längen, sondern bleibt das ganze Buch über in Fahrt.
Leider konnte mich der Roman nicht vollständig überzeugen. Sicher ist Realismus nicht der Punkt, auf den man hier Wert legen sollte. Mit persönlich ging das ganze aber doch zu sehr in eine fantastische Richtung (Superman!) und dafür fand ich die Auflösung leider etwas fade.
Sicher beinhaltet sie einiges an Wahrheit (einen kleinen Hinweis gibt der Titel der Rezension), aber dass Polizei, Geheimgesellschaften und viele mehr hinter einem Buch her sind, dass (okay, konnte keiner wissen) doch eher simple Botschaft birgt, war mir dann doch irgendwie zu fad.
Dennoch ein handwerklich gut und sehr spannend geschriebenes Buch, dass man schwer weglegen kann! Ich vergebe 5,5 von 10 Punkten!
Sonntag, 27. September 2009
Blut und Barolo
Inhalt:
Giacomo, der alte Trüffelhund geht mit seinen Freunden Nicolo und Canini auf Wolfssuche. Selbige kommen ihm nicht unter die Augen oder die Nase, aber als er plötzlich einen starken Trüffelgeruch erschnüffelt nimmt das Unheil seinen Lauf. Es sind nämlich keineswegs Trüffel, die er da riecht, sondern ein altes Leinentuch, das sich als das Grabtuch von Turin entpuppt.
Der gerade neu erwählte Wächter, der Paraonenhund Amadeus hatte wohl gerade nicht so aufgepasst und dabei ist das überaus wertvolle Tuch entwendet worden. Wie gut scheint es doch, dass Giacomo es entdeckt, sein Frauchen alarmiert und dieses die Polizei ruft. Doch leider löst sich nicht alles in Wohlgefallen aus, denn Giacomo ist eben ein Hund und kein Mensch und versteckt das Tuch - und damit ist die Verwirrung perfekt.
Sein Frauchen wird verdächtigt und eingesperrt, die Hunde geraten nach Turin und die Suche nach dem Dieb des Tuches beginnt (fast) ohne menschliches Eingreifen. Amadeus, Giacomo und mehrere andere Parteien versuchen das Tuch, den Dieb und die Schuldigen zu finden und stehen sich dabei mehr oder minder selbst im Weg, sodass es bis zum Ende des Buches zu einem Menge Irrungen und Wirrungen kommt...
Meine Meinung:
Es ist ja beileibe kein neuer Ansatz Geschichten aus der Sicht von Tieren zu schreiben. Da las ich schon aus Sicht von Schafen, Schweinen und Katzen, aus Sicht der Hunde war dies mein erstes Buch.
Die Handlung ist spannend und (relativ) durchdacht. Ein paar kleinere Macken fielen mir ins Auge, aber das tat dem Lesespaß keinen Abbruch. Der Stil ist humorvoll, leicht und bildgewaltig. Die Landschafts- und Stadtbeschreibung, sowie die Beschreibungen der kulinarischen Köstlichkeiten machen Lust auf einen Besuch des Piemonts. Allerdings ein Kitikpunkt: Im Vergleich zu den anderen Tierbüchern waren die Hunde mir hier zu vermenschlicht. Geradezu wie ein Mensch bewegten sie sich durch die Stadt, ihre Gedanken schienen mir nicht tierisch genug, sie sprachen zu klug und das hat mich irgendwie gestört.
Dennoch war das Buch ein schönes Leseerlebnis und ich vergebe insgesamt 3 von 5 Sternen.
Montag, 20. Juli 2009
Das Geld war schmutzig
Klappentext
Parker will das Geld abholen, das er bei einem Überfall zurücklassen musste. Dumm ist nur, dass die damals beteiligten Kumpel auf eigene Faust arbeiten wollen. Und dass andere Gangster davon Wind bekommen. Und dass die Scheine nummeriert sind. Ganz zu schweigen von der Polizei, die an jeder Straßenkreuzung auf ihn lauert.
Meine Zusammenfassung
Parker (kein Vorname bekannt) und seine Freundin machen Urlaub in einer Pension mitten im schönen Neuengland. Oder besser: Sie täuschen vor, Urlaub zu machen, denn die beiden sind in Wirklichkeit Bankräuber.
Das geraubte Geld lagert in einer nahen, verlassenen Kirche und eigentlich sollte es kein Problem für die beiden sein, die Millionen zu holen - leider ist auch ein anderer Schurke namens Dalesia, ein Haufen Polizisten und auch eine Kopfgeldjägerin hinter dem Geld und/oder hinter Parker her...
Meine Meinung
Das Buch ist der dritte Teil einer Trilogie um Parker. Neben diesen drei gibt es eine ganze Reihe von Parker-Romanenen.
Paker ist ein knallharter Verbrecher und somit doch ein etwas anderer Protagonist als der übliche. Hier begleiten wir nicht den ermittelnden Polizisten, sondern den Schurken - eine durchaus interessante Perspektive.Das Buch als solches wirkt teilweise fast klinisch: Kurze Sätze, ohne Schnörkel und Schlenker, kaum Emotionen. Besonders die Figur des parker bleibt auch reichlich unklar: Kein Vorname, keine Beschreibung seines Aussehens und meist bleibt er kalt und emotionslos.Der Stil ist aber gleichzeitig humorvoll-ironisch. Gewöhnungsbedürftig fand ich auch die wechselnden Orte und Perspektiven, die manchmal nur angerissen waren - da hätte ich mir etwas mehr Kontinuität gewünscht.Schwer fiel es mir auch, mich in die Handlung einzufinden, da es ja kein Einzelwerk ist, sondern eben Teil einer Reihe und davon nicht der erste Teil...
Einem Kenner der Serie mag das Buch besser gefallen haben als mir, für mich war es etwas zu wirr, zu trocken, obwohl ich die Grundidee durchaus gelungen finde!
Dienstag, 7. Juli 2009
Frau Ella - Florian Beckerhoff
Ob Melissengeist, Wein oder Bier - eins geht noch, Prost!
oder
Was alt und jung voneinander lernen können.
Klappentext/Kurzbeschreibung:
Der dreißigjährige Sascha ist wenig begeistert, als er nach einer Augen-OP kurzfristig sein Krankenzimmer mit einer schnarchenden Oma teilen muss: Frau Ella. Als die aber gegen ihren Willen operiert werden soll, bringt Sascha sie bei Nacht und Nebel in seine Wohnung. Saschas Freunde Klaus und Ute sind von dessen neuer Mitbewohnerin begeis-tert: Total schräg, so eine WG! Tatsächlich wird der lethargische Sascha die lebendige, aber einsame Frau Ella so schnell nicht wieder los. Klaus und Sascha nehmen sich der alten Dame an, kleiden sie neu ein, führen sie zum Essen aus und machen Ausflüge in die Sommerfrische. Alles läuft bestens bis Saschas Freundin Lina braungebrannt aus Spanien zurückkehrt. Ein humorvoller und warmherziger Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft.
Meine Zusammenfassung:
Frau Ella Freitag und Sascha Hanke lernen sich im Krankenhaus kennen. Beide sind dort wegen einer Augengeschichte (er hat sich den Brillenbügel beim Radfahren hinein gestoßen (autsch!) und sie hat eine Entzündung) und landen, als Frau Ellas Zimmer wegen eines Wasserschadens geräumt werden muss, gemeinsam in einem Raum.
Zuerst ist der 30jährige Sascha verstimmt über die ungewollte Gesellschaft der 87jährigen Frau Ella, aber als die Ärzte sie dann "unter Drogen" setzen, um ihr die Unterschrift für eine von ihr nicht gewollte OP mit Vorllnarkose zu bekommen, entführt er sie kurzerhand aus der Klinik und quartiert sie bei sich zuhause ein.
Eigentlich soll sie nur eine Nacht bleiben, aber es kommt eben immer anders, als man es plant.
Aus einer Nacht werden mehrere und als dann auch noch Saschas Freunde auftauchen ist das Chaos perfekt. Da wird Asiatisch gegessen, was für Frau Ella ganz neu ist, da wird erzählt, getrunken (was immer auch gerade da ist, Frau Ella erweist sich als äußerst resistent) und sich gekabbelt.
Aber nach und nach erkennen die beiden, was die unterschiedlichen Generationen doch aneinander haben, obwohl sie oberflächlich so unterschiedliche Lebensauffassungen haben.
Durch Frau Ellas Geschichten über den Krieg und die Vergangenheit, lernt Sascha etwas über das Leben. Durch Sascha lernt Frau Ella was ein "Kaffee mit Macchiato" ist und das die althergebrachte Art nicht immer die beste sein muss.
Als dann Saschas (Ex?-)Freundin Lina auftaucht, da zeigt sich, ob er der alte geblieben ist, oder ob Frau Ellas Besuch/Einzug bei ihm ihn verändert hat...
Meine Meinung:
Eine wirklich schöne Idee, sozusagen ein Plädoyer für den Zusammenhalt der Generationen in Buchform. Die Aussage "Jeder kann von jedem etwas lernen, ob jung oder alt" wird in diesem Buch gut vermittelt.
Frau Ella, die alte, rüstige Dame, seit 20 Jahren Witwe und in der Vergangenheit lebend und der junge, nachdenklich, traurig anmutende Sascha sind zwei Figuren, die einem ans Herz wachsen. Sie sind gut gezeichnet, etwas überspitzt, aber diese Klischees unterstützen die Geschichte gut und wirken so nicht lächerlich.
Der Stil ist locker und leicht runterzulesen, ich habe für das Buch knapp 4 Stunden gebraucht. Die Handlung ist relativ dicht, es bleiben kaum Längen und das ganze Buch wirkt frisch und lustig.
Kritik:
Ich bin allerdings der Meinung, aus der Grundidee hätte man mehr machen können. Sie zieht bei ihm ein, schön und gut, sie amüsieren sich mit Saschas Freunden, hören den ein oder anderen Schwank aus Frau Ellas Leben... aber mehr auch nicht.
Allzu tiefgängig ist das Buch da nicht. Eher locker, flockig und relativ oberflächlich.
Von einer "generationenübergreifenden WG" hätte ich mir tiefgründigeres erhofft. Wenn ich daran denke, was für Themen alt und jung trennen und vielleicht doch verbinden, dann kommen mir Kaffee und die Art des Eierkochens doch etwas banal vor.
Natürlich steckt eine Portion Weisheit in dem Buch, aber alles in allem fand ich die Geschichte vergleichsweise flach.Besonders genervt hat mich an dem Buch auch Saschas Freund Klaus, der einfach nicht normal reden kann. Zwar scheint er auf die anderen Personen im Buch fröhlich und lustig zu wirken, aber mich hat sein ständiges Von-Sich-Werfen von Anglizismen, Fachbegriffen und seine Sprache einfach nur gestört.
Wenn der Mensch in meiner Wohnung gewesen wäre, hätte ich ihn aus dem Fenster gestoßen ;-)
Auch der (vergleichsweise) häufige Alkoholkonsum der Personen fand ich war etwas zu viel. Das wurde ja fast zur Orgie! In der Handlung hatte es seine Begründung und auch seinen Sinn, aber es wäre auch ohne gegangen! Natürlich wurden ernsthafte Themen (Liebe, Krieg, Familie...) angeschnitten, aber warum muss Frau Ella ihren neuen Lebensspaß nach dem Tod ihres Mannes denn auch unbedingt in Bier und Wein und Champagner finden?
Und der Spitzname Linas für Sascha "Satschi"... öhm ja... komisch. Diese Frau war mir leider auch unsympathisch und so konnte ich mich mit der Handlungsweise der anderen ihr gegenüber nicht wirklich identifizieren. Und dann auch, dass die Augenwunden, die ja eigentlich doch vergleichsweise dramatisch waren (Krankenhaus, Brille im Auge, OP mit vorllnarkose...) spielen ab der Flucht eigentlich keine große Rolle mehr. Die heilen und, pardon, eitern so vor sich hin... hm, davon mag man halten was man will.
Pluspunkte bekommt das Buch von mir durch die schöne Aufmachung. Die Bindungsart (Flexcover sag ich mal) mit rundem Rücken fand ich sehr angenehm und das Cover gefiel mir sehr! Da kann man sich Frau Ella doch gleich sehr gut vorstellen!
Trotzdem ein unterhaltsames, kursweiliges Buch, dem ich insgesamt 7 von 10 Punkten gebe.