Klappentext:
„Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weißt die Antwort: Warum halten wir doch fest?“ Es ist der erste Fall für Carl Moerck, Spezialermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q der Polizei in Kopenhagen. Er nimmt sich die Akten der verschwundenen Politikerin Merete Lyngaard erneut vor.
Inhalt:
Carl Moerck, Polizist in Kopenhagen, ist nach einer Schießerei, bei der ein Kollege gestorben ist und ein weiterer schwer veletzt unausstehlich, gereizt und frustriert - zu allem Übel versetzt ihn sein Chef auch noch aus diesem Grund zum neuen Sonderdezernat Q, welches sich keineswegs als neue Abteilung herausstellt, sondern als 1-Mann-Betrieb, in dem Moerck nun (abgeschoben in den Keller) alte Fälle neu aufrollen soll.
Ihm zur Seite steht Assad, eigentlich als "Mädchen für alles" eingestellt, doch in Wirklichkeit ein Mann mit geheimnissvoller Vergangenheit und allerlei zwilichtigen, wenn auch hilfreichen Fähigkeiten.
Widerwillig lässt sich Moerck auf seinen neuen Job ein, angetrieben von Assad, der ein Näschen für die Polizeiarbeit zu haben scheint, und rollt den alten Fall um Merete Lynggaard wieder auf - einer Politikerin, die auf einer Fähre verschwand und scheinbar ertrunken ist, deren Leiche aber nie auftauchte.
Kein Wunder, denn Merete ist nicht tot, sondern wird seit Jahren gefangen gehalten - ihre einzige Rettung: Herauszufinden, warum man sie gefangen hält... sonst wird sie sterben, es sei denn, Carl Moerk schafft es vorher, sie zu finden...
Meine Meinung:
Mir hat der Thriller ausgezeichnet gefallen! Spannend, mitreißend und gut erzählt - so präsentiert sich der Fall für mich. Durch die sprunghaften Perspektivwechsel zwischen Carl und Merete wird Spannung aufgebaut, sodass es mir unmöglich war, das Buch aus der Hand zu legen. Moerck und Assad waren für mich Charaktere, die aus dem Einheitsbrei herausstachen und gerade über Assad möchte man gerne mehr erfahren (auch wenn ich es recht komisch fand, dass Moerck das "Mädchen für alles" so an seine Akten ließ...)
Dennoch fand ich das Buch ziemlich harte Tobak. Mir hat Meretes Situation ziemlich zugesetzt, besonders auch das Ende, das ich teilweise schon recht ekelig und grausam fand. Das mochte ich mir bildlich schon gar nicht mehr vorstellen, wie es der armen Merete in ihrem Gefängnis ging... Die ganze Verschwörung und der Plan von Meretes Leiden war schon eine Geschichte, die der Autor sich sher gut erdacht hat - ich glaube aber an das Gute im Menschen und fand das ganze teilweise (so penibel es auch geplant war) etwas too much, wenn man die (eher harmlosen) Hintergründe dann ergründet hatte. So grausam kann man doch kaum sein und das ganze über Jahre hinweg - das fand ich doch sehr erschreckend und heftig, sodass ich das Buch zur Beruhigung mal ne halbe Stunde beiseite legen musste und nebenher etwas "leichtes" gelesen habe, um mich nicht runterziehen zu lassen.
Insgesamt eher ein Thriller als ein Krimi, da das Buch mehr von der Spannung und den menschlichen Abgründen, als von der Ermittlerarbeit lebt, dass mir aber dennoch sehr gut gefallen hat.
Von mir 9 von 10 Punkten.
Freitag, 12. Februar 2010
Donnerstag, 11. Februar 2010
Heute mal kein Buch, sondern "Cute monstR"s
Heut habe ich mal kein Buch vorzustellen, aber dafür habe ich neulich diesen Shop entdeckt, für den ich hier mal die Werbetrommel rühren möchte: http://www.cute-monstr.de/ - ich gebe zu, nicht ganz uneigennützig (http://www.cute-monstr.de/info/blog) aber die Monstrs haben es wirklich verdient!
Also tut was für die deutsche Wirtschaft - die coolen Monstrs kommen aus Hamburg und die Monstr-Taschen eignen sich auch ganz toll dazu, Bücher zu transportieren ;-)
Die herzigen Monstrs errinnern mich irgendwie etwas an "Wo die wilden Kerle wohnen", also doch ein gewisser Buchbezug vorhanden ;-)
Erfahren habe ich von dem ganzen übrigens auch über einen Bucblog... wenn ich nur mal noch wüsste, um welchen es sich handelt... *grübel*
Also tut was für die deutsche Wirtschaft - die coolen Monstrs kommen aus Hamburg und die Monstr-Taschen eignen sich auch ganz toll dazu, Bücher zu transportieren ;-)
Die herzigen Monstrs errinnern mich irgendwie etwas an "Wo die wilden Kerle wohnen", also doch ein gewisser Buchbezug vorhanden ;-)
Erfahren habe ich von dem ganzen übrigens auch über einen Bucblog... wenn ich nur mal noch wüsste, um welchen es sich handelt... *grübel*
Sonntag, 7. Februar 2010
Stumm - Sam Hayes
Klappentext:
Julias Leben ist in Aufruhr. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt, ihre Mutter ist erkrankt und spricht seit Tagen kein einziges Wort. Nur die Liebe zu David, dem freundlichen Arzt ihrer Mutter, gibt Julia Kraft. Da findet sie am Straßenrand ein tödlich verletztes Mädchen, die Spuren am Tatort weisen auf David hin. Julia kann das nicht glauben entgegen allen Beweisen besteht sie auf Davids Unschuld.
Inhalt:
Julia, Lehrerin und Mutter von zwei Kindern, hat sich kürzlich von ihrem Mann Murray getrennt. Nun scheint ihr Leben irgendwie gänzlich aus dem Lot zu geraten, denn zum einen ist ihre Mutter sonderbarerweise verstummt und sie findet eine ihrer Schülerinnen schwerverletzt auf. Das letzte Wort, dass diese noch sagen kann ist "Doktor...". Ist damit etwa David gemeint, der Arzt ihrer Mutter? Hat er die Schülerin überfallen? Julia kann das nicht glauben, denn sie fühlt sich ausgesprochen zu David hingezogen und gegen die Argumente der anderen und die Indizien der Polizei verteidigt sie ihn. Doch ist er wirklich unschuldig? Hat er vielleicht nicht nur mit dem Überfall, sondern auch mit dem Verstummen ihrer Mutter zu tun - war diese doch kurz zuvor bei ihm in der Praxis und scheint seidem in einem tiefen Schockzustand zu sein. Doch Julia glaubt an Davids Unschuld, auch noch, als sich allerlei Ungereimtheiten ergeben. Doch als dann ihre stumme Tochter Flora verschwindet und es zum Showdown kommt, muss sie sich der Wahrheit und auch ihrer Vergangenheit stellen...
Meine Meinung:
Ein Thriller mit allerlei Wendungen ist dieses Buch. Ich muss sagen, dass mir die Auflösung recht schnell klar war, das Buch las sich aber trotzdem interessant und spannend, da es mit allerlei Überraschungen aufwarten kann. Es ist kein grausamer Thriller, der einen voller angst zurücklässt, sondern eher einer, der von den kleinen menschlichen Abgründen lebt, und von den Personen, die in ihm vorkommen. Besonders die Sprachlosigkeit ist ein Motiv, dass sich in diesem Roman mehrfach wiederholt und dass am Ende auch ein Schlüssel der Geschehnisse ist - eine interessante Idee und das wiederkehrende Motiv gibt dem Buch etwas besonderes. Es liest sich flott, ist nicht zu anspruchsvoll, aber eine recht spannende Lektüre für zwischendurch. Ein "Burner" ist es für mich nicht, aber ganz nette Unterhaltung.
Von mir 6 von 10 Punkten
Julias Leben ist in Aufruhr. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt, ihre Mutter ist erkrankt und spricht seit Tagen kein einziges Wort. Nur die Liebe zu David, dem freundlichen Arzt ihrer Mutter, gibt Julia Kraft. Da findet sie am Straßenrand ein tödlich verletztes Mädchen, die Spuren am Tatort weisen auf David hin. Julia kann das nicht glauben entgegen allen Beweisen besteht sie auf Davids Unschuld.
Inhalt:
Julia, Lehrerin und Mutter von zwei Kindern, hat sich kürzlich von ihrem Mann Murray getrennt. Nun scheint ihr Leben irgendwie gänzlich aus dem Lot zu geraten, denn zum einen ist ihre Mutter sonderbarerweise verstummt und sie findet eine ihrer Schülerinnen schwerverletzt auf. Das letzte Wort, dass diese noch sagen kann ist "Doktor...". Ist damit etwa David gemeint, der Arzt ihrer Mutter? Hat er die Schülerin überfallen? Julia kann das nicht glauben, denn sie fühlt sich ausgesprochen zu David hingezogen und gegen die Argumente der anderen und die Indizien der Polizei verteidigt sie ihn. Doch ist er wirklich unschuldig? Hat er vielleicht nicht nur mit dem Überfall, sondern auch mit dem Verstummen ihrer Mutter zu tun - war diese doch kurz zuvor bei ihm in der Praxis und scheint seidem in einem tiefen Schockzustand zu sein. Doch Julia glaubt an Davids Unschuld, auch noch, als sich allerlei Ungereimtheiten ergeben. Doch als dann ihre stumme Tochter Flora verschwindet und es zum Showdown kommt, muss sie sich der Wahrheit und auch ihrer Vergangenheit stellen...
Meine Meinung:
Ein Thriller mit allerlei Wendungen ist dieses Buch. Ich muss sagen, dass mir die Auflösung recht schnell klar war, das Buch las sich aber trotzdem interessant und spannend, da es mit allerlei Überraschungen aufwarten kann. Es ist kein grausamer Thriller, der einen voller angst zurücklässt, sondern eher einer, der von den kleinen menschlichen Abgründen lebt, und von den Personen, die in ihm vorkommen. Besonders die Sprachlosigkeit ist ein Motiv, dass sich in diesem Roman mehrfach wiederholt und dass am Ende auch ein Schlüssel der Geschehnisse ist - eine interessante Idee und das wiederkehrende Motiv gibt dem Buch etwas besonderes. Es liest sich flott, ist nicht zu anspruchsvoll, aber eine recht spannende Lektüre für zwischendurch. Ein "Burner" ist es für mich nicht, aber ganz nette Unterhaltung.
Von mir 6 von 10 Punkten
Donnerstag, 4. Februar 2010
Zehn Tipps... - Hallgrimur Helgason
Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit den Abwasch zu beginnen
Klappentext:
Es läuft nicht gut für Toxic, einen amerikanischen Auftragskiller. Um seiner Verhaftung zu entkommen, muss er einen Mann umbringen und dessen Identität übernehmen. Dummerweise handelt es sich dabei um einen amerikanischen Fernsehprediger auf dem Weg nach Island. Einziger Lichtblick: Die schönen Isländerinnen ...
Inhalt:
Tom Boxic, kurz Toxic, ist Auftragkiller in Amerika, aber eigentlich ist er Kroate. Er ist topp in seinem Beruf, hat schon 66 Leute erfolgreich umgelegt, doch leider ging sein letzter Job voll in die Hose - sein Opfer war FBI-Agent, und nun bleibt Toxic nichts anderes übrig als unterzutauchen. Auf dem Weg in seine alte Heimat verläuft aber leider auch nichts nach Plan und so sieht er sich gezwungen, einen Mitreisenden auf dem Flughafen umzubringen und dessen Identität anzunehmen, um dem FBI zu entkommen - und so findet sich Toxic wieder als Father Friendly, einem amerikanischen Priester auf dem Weg nach Island. Na dann Halleluja!
Mehr schlecht als recht schafft er es aber seine isländischen Gastgeber "Gutmunduhr" und "Zickrita" zu überzeugen, dass sie es mit einem hochgläubigen Predier zu tun haben und dass er trotz mangelhaftem Englisch aus Amerika kommt - so nehmen die beiden Father Friendly in ihrem Haus auf, führen ihn in die Gemeinde und in ihre Familie ein. So trifft Toxic, pardon Father Friendly, auf deren Tochter Gunnhildur, die keinesfalls als Pfarrerstochter en clichee durchgehen würde: raucht, trinkt, ist ausgeflippt und extrovertiert. Toxic kann nicht anders - er verliebt sich in sie und ihr blondes Haar, sowie ihre eisblauen Augen. Doch einen Priester will sie natürlich nicht...
Wie praktisch (oder auch nicht), dass plötzlich die Polizei vor der Tür steht und die Tarnung als Father Friendly aufzufliegen droht - Toxic muss zwar fliehen, Gunnhildur ist aber längst nicht so abgeneigt, wie bisher ;-) und als er es in dem seltsamen, kalten und monatelang hellen Island auf der Flucht nicht mehr schafft, findet er bei ihr Unterschlupf - Bedingung ihrer Eltern: Bekehrung des Killers! Entweder er bekennt sich zu Gott, oder sie liefern ihn aus. Da wird nicht locker gelassen, um Toxic zum Gläubigen vor Gott zu machen, Polizei und Verfolgung hin oder her - das Chaos ist vorprogrammiert... denn will Toxic eigentlich seinen Job für die Liebe an den Nagel hängen, oder ist Leute umbringen doch besser, als in Island zu versauern?
Meine Meinung:
Ein witziges Buch mit Tiefgang. Der Klappentext verspricht eine rabenschwarze Komödie und die bekommt man auch. Schon die Ausgangssituation ist wahnwitzig. Der gestrandete, angeblich amerikanische Pseudo-Priester, der aber Kroatisch weitaus besser spricht als Englisch und mit Gott so gar nichts am Hut hat ist ein Protagonist, der Seinesgleichen sucht. Dennoch ist das Buch nicht flach, sondern enthält viele ernste Themen. Der Hintergrund Toxics, durch den Krieg zwischen Serben und Kroaten beeinflusst, die Geschichte und Situation Islands, das alles wird in die Geschichte eingebracht, sodass das Buch nicht auf die witzige Ebene zu reduzieren ist. Das ganze hat dennoch viel Humor in sich, ist sehr sarkastisch geschrieben und gerade zu voll mit wahnwitzigen Ideen. Die Auflösung des ganzen hat mir persönlich leider nicht so gefallen, ich hätte mir da von Toxic mehr erhofft und wäre mit einem anderen Ende glücklicher gewesen. Die moralische Komponente wurde mir am Ende etwas zu groß, auch wenn Toxic seiner Person irgendwie schon treu geblieben ist (mehr will ich hier nicht verraten). Die Bekehrungs-Komponente war mir zu dick aufgetragen, ich bin aber unsicher, inwieweit der Autor da wirklich ernsthaft den Glauben an Gott vermitteln wollte, oder ob es nur ein Gestaltungselement mit Potential darstellte. Ich vermute letzteres, dennoch war mir der möglich "Vermittlungs-Drang" etwas zu präsent.
Das ganze Buch erinnert an ein Roadmovie, an eine Verwechslungskomödie - eine Genrezuordnung fällt mir schwer. Es lebt durch die Charaktere und die Überzeichnungen der Personen und Beziehungen: Alles in allem ist es wie die Figuren: Außergewöhnlich, schrullig, anders und unkonventionell.
Von mir 7 von 10 Punkten.
Klappentext:
Es läuft nicht gut für Toxic, einen amerikanischen Auftragskiller. Um seiner Verhaftung zu entkommen, muss er einen Mann umbringen und dessen Identität übernehmen. Dummerweise handelt es sich dabei um einen amerikanischen Fernsehprediger auf dem Weg nach Island. Einziger Lichtblick: Die schönen Isländerinnen ...
Inhalt:
Tom Boxic, kurz Toxic, ist Auftragkiller in Amerika, aber eigentlich ist er Kroate. Er ist topp in seinem Beruf, hat schon 66 Leute erfolgreich umgelegt, doch leider ging sein letzter Job voll in die Hose - sein Opfer war FBI-Agent, und nun bleibt Toxic nichts anderes übrig als unterzutauchen. Auf dem Weg in seine alte Heimat verläuft aber leider auch nichts nach Plan und so sieht er sich gezwungen, einen Mitreisenden auf dem Flughafen umzubringen und dessen Identität anzunehmen, um dem FBI zu entkommen - und so findet sich Toxic wieder als Father Friendly, einem amerikanischen Priester auf dem Weg nach Island. Na dann Halleluja!
Mehr schlecht als recht schafft er es aber seine isländischen Gastgeber "Gutmunduhr" und "Zickrita" zu überzeugen, dass sie es mit einem hochgläubigen Predier zu tun haben und dass er trotz mangelhaftem Englisch aus Amerika kommt - so nehmen die beiden Father Friendly in ihrem Haus auf, führen ihn in die Gemeinde und in ihre Familie ein. So trifft Toxic, pardon Father Friendly, auf deren Tochter Gunnhildur, die keinesfalls als Pfarrerstochter en clichee durchgehen würde: raucht, trinkt, ist ausgeflippt und extrovertiert. Toxic kann nicht anders - er verliebt sich in sie und ihr blondes Haar, sowie ihre eisblauen Augen. Doch einen Priester will sie natürlich nicht...
Wie praktisch (oder auch nicht), dass plötzlich die Polizei vor der Tür steht und die Tarnung als Father Friendly aufzufliegen droht - Toxic muss zwar fliehen, Gunnhildur ist aber längst nicht so abgeneigt, wie bisher ;-) und als er es in dem seltsamen, kalten und monatelang hellen Island auf der Flucht nicht mehr schafft, findet er bei ihr Unterschlupf - Bedingung ihrer Eltern: Bekehrung des Killers! Entweder er bekennt sich zu Gott, oder sie liefern ihn aus. Da wird nicht locker gelassen, um Toxic zum Gläubigen vor Gott zu machen, Polizei und Verfolgung hin oder her - das Chaos ist vorprogrammiert... denn will Toxic eigentlich seinen Job für die Liebe an den Nagel hängen, oder ist Leute umbringen doch besser, als in Island zu versauern?
Meine Meinung:
Ein witziges Buch mit Tiefgang. Der Klappentext verspricht eine rabenschwarze Komödie und die bekommt man auch. Schon die Ausgangssituation ist wahnwitzig. Der gestrandete, angeblich amerikanische Pseudo-Priester, der aber Kroatisch weitaus besser spricht als Englisch und mit Gott so gar nichts am Hut hat ist ein Protagonist, der Seinesgleichen sucht. Dennoch ist das Buch nicht flach, sondern enthält viele ernste Themen. Der Hintergrund Toxics, durch den Krieg zwischen Serben und Kroaten beeinflusst, die Geschichte und Situation Islands, das alles wird in die Geschichte eingebracht, sodass das Buch nicht auf die witzige Ebene zu reduzieren ist. Das ganze hat dennoch viel Humor in sich, ist sehr sarkastisch geschrieben und gerade zu voll mit wahnwitzigen Ideen. Die Auflösung des ganzen hat mir persönlich leider nicht so gefallen, ich hätte mir da von Toxic mehr erhofft und wäre mit einem anderen Ende glücklicher gewesen. Die moralische Komponente wurde mir am Ende etwas zu groß, auch wenn Toxic seiner Person irgendwie schon treu geblieben ist (mehr will ich hier nicht verraten). Die Bekehrungs-Komponente war mir zu dick aufgetragen, ich bin aber unsicher, inwieweit der Autor da wirklich ernsthaft den Glauben an Gott vermitteln wollte, oder ob es nur ein Gestaltungselement mit Potential darstellte. Ich vermute letzteres, dennoch war mir der möglich "Vermittlungs-Drang" etwas zu präsent.
Das ganze Buch erinnert an ein Roadmovie, an eine Verwechslungskomödie - eine Genrezuordnung fällt mir schwer. Es lebt durch die Charaktere und die Überzeichnungen der Personen und Beziehungen: Alles in allem ist es wie die Figuren: Außergewöhnlich, schrullig, anders und unkonventionell.
Von mir 7 von 10 Punkten.
Samstag, 23. Januar 2010
Menschen sind eben auch nur Pinguine...
Mein Leben als Pinguin
Klappentext:
Wilma aus Stockholm, Lehrerin und tapfere Optimistin mit Unterbiss, hat es nicht leicht im Leben. Deshalb erfüllt sie sich ihren großen Traum: eine Reise in die Antarktis, zu den Pinguinen.Doch am Flughafen in Paris geht wieder mal fast alles schief: Erst in letzter Minute stolpert sie buchstäblich ins Gate und Tomas direkt in die Arme. Der wurde vor kurzem von seiner Frau verlassen und vermisst seine Kinder. Traurig sucht er die Einsamkeit - doch da hat er nicht mit Wilma gerechnet. An Bord der MS Orlowskij entdecken sie, dass man zusammen weniger allein ist - denn stehen Pinguine nicht immer ganz eng beieinander im eisigen Wind am Ende der Welt?
Inhalt:
Wilma, Lehrerin aus der Provinz
Tomas, velassener Businessnomade und bekannter Journalist
Alba, exzentrische Alte mit besonderer Lebenseinstellung
...
Diese Personen und einige mehr treffen sich auf der MS Orlowskij, um eine Reise durch die Antarktis zu machen. Jeder hat dabei eigene Hintergründe, die ihn zu dieser Reise getrieben haben. Tomas wurde von seiner Frau verlassen, die mit seinen beiden Kindern, die er sehr liebt, in die USA gegangen ist. In einer Depression gefangen, macht sich Tomas auf den Weg in die Antarktis und hat nicht unbedingt den Wunsch, sich zu entspannen, sondern versinkt immer tiefer in Selbstmordgedanken. Wilma, die optimistische, lustige Lehrerin aus der Provinz erfüllt sich mit der Reise einen Traum, auch weil bei ihr in Zukunft das Leben wohl anders aussehen wird als bisher - den Wilma trägt ein Geheimnis mit sich herum, dass sie niemandem als Sven, dem Schiffsarzt, anvertraut hat. Sven ist ein alter Liebhaber von Alba, einer rüstigen alten Dame (oder eher einem Drachen), die auf der Reise in ihrem Notizbuch die Eigenschaften und Eigenheiten ihrer Mitreisenden notiert und dabei immer wieder auf Vergleiche des Tierreichs zurückgreift - besonders gern auf Tiere, die ihnen auf der langen Reise begegnen: Robben, Krill, Albatrosse... und die titelgebenden Pinguine.
Neben Alba, Wilma und Tomas, aus deren Perspektiven das Buch hauptsächlich geschrieben ist, lernen wir auch noch die Vogeljungs, ein ganz besonderes Schwesternpaar, sonderbare Lebenspartnerschaften und andere Menschen, mit jeweils ihren ganz eigenen Eigenheiten kennen.
Und wie das in der doch recht beengten Atmosphäre eines solchen Schiffes eben ist, bleiben Irrungen und Wirrungen nicht aus - man kommt sich näher, stößt sich wieder ab, tritt anderen (im übertragenen Sinne) auf die Füße und kommt sich dann doch wieder näher.
Gerade Wilma und Tomas sind solche Kandidaten, deren Beziehung zueinander im Buch aufgebaut wird und die mit so einigen Überraschungen rechnen müssen...
Meine Meinung:
Das Buch lebt von den exzentrischen Charakteren, die alle etwas zu dem Gesamtbild des Buches beitragen. Die Schiffsreise bietet einen guten Handlungsrahmen für die Geschehnisse und macht allerlei Reibungspunkte möglich. Da wird gestritten, geliebt, intrigiert - alles auf engem Raum und in einem witzigen, sarkastischen Stil. Das ganze Buch ist gut lesbar, leicht (aber nicht seicht) und witzig. Der Hintergedanke der Story (hier will ich nicht zu viel erraten) ist nett ausgearbeitet und gibt dem Buch Tiefe. Auch die Story ist gut aufgebaut - erzählt aus drei Perspektiven, gesprenkelt von Einschüben der anderen Reisenden, sodass man immer nur ein wenig erfährt und dann warten muss, bis man die Zusammenhänge erkennt. Einordnen würde ich das Buch in die Belletristik, aber mit Schwerpunkt Frauenliteratur, denn das ist meiner Meinung nach schon die eindeutige Zielgruppe. Schmalzig wird es dabei aber nicht, sodass sich sicher auch der ein oder andere Mann daran erfreuen kann ;-)
Da das nicht so mein Genre ist und es mir schwer fällt, solche Bücher richtig gut zu finden, vergebe ich für die nette Unterhaltung, die auch Tiefgang bietet 7 von 10 Punkten.
Klappentext:
Wilma aus Stockholm, Lehrerin und tapfere Optimistin mit Unterbiss, hat es nicht leicht im Leben. Deshalb erfüllt sie sich ihren großen Traum: eine Reise in die Antarktis, zu den Pinguinen.Doch am Flughafen in Paris geht wieder mal fast alles schief: Erst in letzter Minute stolpert sie buchstäblich ins Gate und Tomas direkt in die Arme. Der wurde vor kurzem von seiner Frau verlassen und vermisst seine Kinder. Traurig sucht er die Einsamkeit - doch da hat er nicht mit Wilma gerechnet. An Bord der MS Orlowskij entdecken sie, dass man zusammen weniger allein ist - denn stehen Pinguine nicht immer ganz eng beieinander im eisigen Wind am Ende der Welt?
Inhalt:
Wilma, Lehrerin aus der Provinz
Tomas, velassener Businessnomade und bekannter Journalist
Alba, exzentrische Alte mit besonderer Lebenseinstellung
...
Diese Personen und einige mehr treffen sich auf der MS Orlowskij, um eine Reise durch die Antarktis zu machen. Jeder hat dabei eigene Hintergründe, die ihn zu dieser Reise getrieben haben. Tomas wurde von seiner Frau verlassen, die mit seinen beiden Kindern, die er sehr liebt, in die USA gegangen ist. In einer Depression gefangen, macht sich Tomas auf den Weg in die Antarktis und hat nicht unbedingt den Wunsch, sich zu entspannen, sondern versinkt immer tiefer in Selbstmordgedanken. Wilma, die optimistische, lustige Lehrerin aus der Provinz erfüllt sich mit der Reise einen Traum, auch weil bei ihr in Zukunft das Leben wohl anders aussehen wird als bisher - den Wilma trägt ein Geheimnis mit sich herum, dass sie niemandem als Sven, dem Schiffsarzt, anvertraut hat. Sven ist ein alter Liebhaber von Alba, einer rüstigen alten Dame (oder eher einem Drachen), die auf der Reise in ihrem Notizbuch die Eigenschaften und Eigenheiten ihrer Mitreisenden notiert und dabei immer wieder auf Vergleiche des Tierreichs zurückgreift - besonders gern auf Tiere, die ihnen auf der langen Reise begegnen: Robben, Krill, Albatrosse... und die titelgebenden Pinguine.
Neben Alba, Wilma und Tomas, aus deren Perspektiven das Buch hauptsächlich geschrieben ist, lernen wir auch noch die Vogeljungs, ein ganz besonderes Schwesternpaar, sonderbare Lebenspartnerschaften und andere Menschen, mit jeweils ihren ganz eigenen Eigenheiten kennen.
Und wie das in der doch recht beengten Atmosphäre eines solchen Schiffes eben ist, bleiben Irrungen und Wirrungen nicht aus - man kommt sich näher, stößt sich wieder ab, tritt anderen (im übertragenen Sinne) auf die Füße und kommt sich dann doch wieder näher.
Gerade Wilma und Tomas sind solche Kandidaten, deren Beziehung zueinander im Buch aufgebaut wird und die mit so einigen Überraschungen rechnen müssen...
Meine Meinung:
Das Buch lebt von den exzentrischen Charakteren, die alle etwas zu dem Gesamtbild des Buches beitragen. Die Schiffsreise bietet einen guten Handlungsrahmen für die Geschehnisse und macht allerlei Reibungspunkte möglich. Da wird gestritten, geliebt, intrigiert - alles auf engem Raum und in einem witzigen, sarkastischen Stil. Das ganze Buch ist gut lesbar, leicht (aber nicht seicht) und witzig. Der Hintergedanke der Story (hier will ich nicht zu viel erraten) ist nett ausgearbeitet und gibt dem Buch Tiefe. Auch die Story ist gut aufgebaut - erzählt aus drei Perspektiven, gesprenkelt von Einschüben der anderen Reisenden, sodass man immer nur ein wenig erfährt und dann warten muss, bis man die Zusammenhänge erkennt. Einordnen würde ich das Buch in die Belletristik, aber mit Schwerpunkt Frauenliteratur, denn das ist meiner Meinung nach schon die eindeutige Zielgruppe. Schmalzig wird es dabei aber nicht, sodass sich sicher auch der ein oder andere Mann daran erfreuen kann ;-)
Da das nicht so mein Genre ist und es mir schwer fällt, solche Bücher richtig gut zu finden, vergebe ich für die nette Unterhaltung, die auch Tiefgang bietet 7 von 10 Punkten.
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