Dienstag, 16. Juni 2009

Kalix - Martin Millar

Kalix - Die Probleme einer beziehungsunfähigen Werwolffamilie oder Irrungen und wirrungen des Clan McRinnalch


Klappentext:

London: Werwolf Kalix MacRinnalch streift allein durch die Stadt. Sie hat ihren Vater, den Anführer des Werwolfclans, attackiert eine unverzeihliche Tat. Nun wird sie nicht nur von mörderischen Werwolfjägern verfolgt, sondern auch von ihren rachsüchtigen Verwandten. Kalix findet jedoch Unterschlupf bei den Studenten Daniel und Moonglow. Diese werden dadurch in einen Konflikt hineingezogen, der vom schottischen Hochland bis nach London reicht und noch ein paar Dimensionen weiter. Denn die Werwölfe rüsten sich zum Krieg um die Führung des Klans, und Kalix steht im Zentrum des Geschehens.


Zusammenfassung:

Wäre dieses Buch nicht so fantasylastig, würde es sicher ein gutes Familiendrama abgeben. Die Geschichte handelt vordergründig von der jungen Werwölfin Kalix. Sie lebt alleine in London, nachdem sie aus dem Familienschloss in Schottland verstoßen wurde, weil sie ihren Vater, den Fürsten der Werwölfe angegriffen und verletzt hat. Eine große Schmach für diesen, sodass Werwölfe unterwegs sind, um die missratene Tochter zu fangen und tot oder lebendig nach Schottland zurückzuschleifen.Kalix ist 17 Jahre alt und kämpft mit den klischeehaften Problemen eines Teenagers - geringes Selbstbewusstsein, Drogensucht (Laudanum), Magersucht und Einsamkeit - und nebenbei ist sie eben auch noch eine Werwölfin.Da sie zur Herrscherfamilie gehört, den McRinnalchs, kann sie sich jede Nacht verwandelt, ist aber in den drei Nächten rund um Vollmond dazu gezwungen. Neben ihrer menschlichen und ihrer komplett wölfischen Gestalt, in der die Werwölfe nicht sprechen können und von ihren tierischen Instinkten überwältigt werden, besitzen Millars Werwölfe noch eine weitere Gestalt: Eine Art Mischung aus beidem. Sie können Sprechen, Laufen, mit ihren Pfoten mit Mühe und Not auch mal einen Computer bedienen, und relativ klar denken. (Ich stelle mir das so ein wenig wie Scooby Doo vor )Leider überlebt der Fürst seine Verletzungen nicht, sodass im Clan der McRinnalchs ein Krieg um seine Nachfolge ausbricht, den wir aus allen möglichen Sichtweisen miterleben.Da haben wir die beiden Kandidaten auf den Fürstentitel, beides Brüder von Kalix: Markus, der gerne mal in Frauenkleidung schlüpft und Sarapen, den brutalen und skrupellosen Kämpfer. Beide benötigen eine Mehrheit im Rat um zum Fürst gewählt zu werden und versuchen daher mit allen Mitteln diese Stimmanzahl zu erlangen. Auch ihre Mutter Verasa und ihre Großmutter Dulupia mischen fleißig mit, daneben eine Menge Onkels, Tanten, Cosuins, Cousinen, entferntere Verwandte, Berater und viele Werwölfe mehr, die natürlich alle andere Ziele verfolgen und einen bestimmten Kandidaten unterstützen.Und um an die nötigen Stimmen zu kommen, ist ihnen nahezu alles recht. Da wird gekämpft, gemordet, intrigiert und umworben. Und ebenda kommt Kalix wieder ins Spiel - die Großmutter Dulupia gibt demjenigen Kandidaten ihre Stimme, der Kalix für die tötet. Also gehen die beiden Brüder auf die Jagd...Doch Kalix findet Unterstützung in den beiden Studenten Daniel und Moonglow, ihrer Schwester Thrix (einer Modedesignerin), der Königin der Feuergeister Malveria und deren Nichte Vex.Auch ihre Cousine Dominil mischt kräftig mit, denn neben Dulupias Stimme werden auch die Stimmen der "Cousinen, über die man nicht spricht" benötigt: Der Zwillinge Beauty und Delicious, wie sie sich nennen.Diese beiden sind ebenfalls in Lodon unterwegs, haben aber nicht die Wahl eines neuen Fürsten, sondern nur ihre Band "Yum Yum Sugary Snacks" im Kopf, die leider gar nicht erfolgreich ist. Um ihre Stimmen zu gewinnen, muss Dominil die beiden unterstützen und ihnen zu Erfolg verhelfen, wozu sie leider gar keine Lust hat und viel zu gelangweilt ist...Die beiden Handlungsstränge rund um Kalix und rund um Dominil laufen natürlich nicht nebenher, sondern sind verzwirbelt - es geht also hoch her beim Kampf um die Stimmen für die neue Fürstenwahl!Als dann auch noch Kalix lang verschollener und unstandesgemäßer Geliebter auftaucht und ein kroatischer Werwolfjäger mit einem Zaubermesser auf den Clan angesetzt wird geht es erst recht drunter und drüber...


Wir erleben eine Menge Kämpfe, Missverständnisse, witzige Begegnungen, Tragik und vieles mehr!


Meine Meinung:

Von Marin Millar war mir vor der Lektüre dieses Buches schon sein "die Elfen von New York". Schon in diesem Buch ist mir die unglaubliche Phantasie des Autors aufgefallen. Dachte ich zu Beginn an ein 'normales' Fantasywerk, so fand ich mich kurzerhand in einer abgedrehten und unglaublich witzigen Welt wieder. - Diesen Eindruck konnte Kalix durchaus halten! Erneut weicht Martin Millar von den typischen Klischees, die man mit dem Begriff 'Werwölfe' verbindet ab, und schafft eine Sippe schottischer Werwölfe, die ihren eigenen Whisky destilieren, sich auch außerhalb des Vollmondes verwandelt können und auch sonst so ihre Macken haben.Die Geschichte hat durchaus einen ernsten Hintergrund, aber Martin Millar schafft es mit seinem schon aus "Die Elfen aus New York" bekannten Humor die Geschichte sehr witzig zu gestalten. Der Schreibstil ist locker flockig und leicht lesbar.Die im Vordergrund stehende Geschichte um Kalix und ihre Probleme ist eine nette Rahmenhandlung, sodass das Kriegstreiben der Werwölfe nicht zu sehr ins Gewicht fällt.Besonders toll haben mir die Charaktere gefallen: Die modeverückte Königin der Feuergeister, die Angst vor Falten und dem Altern hat; ihre "fast adoptierte Nichte" Vex; die Modeschöpferin Thrix und ihre Assistentin; der Krämer McDoig, der über alle Wölfe bescheid weiß und viele mehr!Alle haben Tiefgang und wirken nicht oberflächig, bleiben in ihrem Handeln unvorhersehbar. Das macht die Handlung wirklich spannend und bei mancher Überraschung musste ich laut lachen!Das Werwolfthema wirkt hier mal ganz anders, als in der momentan oft gesehenen "Einheitsbrei"-Literatur. Die witzigen Ideen Millars tragenhier eine Geschichte, die sich eigentlich "nur" um die Wahl des neuen Fürsten dreht, aber durch die Erzählweise und die Ideen Millars unendlich viele Einblicke bietet.Einziger Negativpunkt an dem ganzen ist die Länge des Buches. War mit vorher schon "Die Elfen von New York" bekannt, das mit seinen 300 Seiten dagegen wirklich kurz und knackig ist, kamen mir die wirklich klein bedruckten über 700 Seiten doch sehr lang vor.An manchen Stellen denkt man schon, dass sich ein Problem nun auflöst, da findet sich die nächte Wendung und alles beginnt von neuem... Mit kleinen Lesepausen ist das Buch aber dennoch zu genießen!An "Die Elfen von New York" kommt es für mich aber nicht ganz heran, obwohl es in Stil und Gestaltung durchaus ähnlich abgedreht und ausgeflippt ist.


Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

Freitag, 5. Juni 2009

Von der Heulsuse zur Landfrau - die Wandlungen der Clara B. aktualisiert

Alles wegen Werner - "Alles wegen Werner - Gottseidank!" oder "Alles wegen Werner - endlich!" wären auch gute Titel gewesen.

Kurze Zusammenfassung:

Wir treffen Clara, Anfang fünfzig, verheiratet seit kanpp 30 Jahren mit Werner: gutaussehend und leider in Claras Augen stinklangweilig.
Da stehen Golfturniere und Bekanntenbesuche auf seinem Tageplan, während sie in der gemeinsamen Villa (an der Algarve wohlgemerkt!) auf ihn wartet und ihm pünktlich das Mittagessen hinstellt.
Schwer frustriert von ihrem Leben mit Werner hat Clara schon längst begonnen, ihren Frust mit Wein zu bekämpfen. Soll sie sich trennen? Schließelich haben sie sich nichts mehr zu sagen. Aber durchringen kann sie sich nicht - ohn e Ausbildung sieht sie sich schon mit Nummernzettelchen beim Sozialamt.
Dann lieber doch noch ein Glässchen Wein... Doch dann... ja, dann fährt Werner völlig überraschend nach Brasilien. Stinkesauer (war das doch ihr Traum!) bleibt Clara in Portugal zurück und ist sehr erstaunt als ihr Ehemann nach der Zeit gutgelaunt und ungewohnterweise sogar recht nett zurückkommt.
Da muss wohl was faul sein - als dann sein Handy klingelt erfährt sie warum - er hat eine andere! Eine jüngere! Und als sie ihn damit konfrontiert, trennt er sich von ihr.
Das sei ja wohl auch mal nötig mag mancher von uns denken. Da sie sich ja nicht durchringen konnte...
Leider sieht Clara das anders und versinkt im Selbstmitleid. Sie trinkt und schläft und trinkt und weint und schläft - bis zu einem gewissen Augenblick.
Und ab da ist alles anders! Ihre Wut erwacht, sie zieht samt Hund aus der Villa aus, nimmt sich einen Anwalt und verschwindet so schnell wie der Blitz ins Alentejo, wo sie sich spontan ein Haus, pardon: eine heruntergekommene Hütte mitten in einem staubigen Olivenhain im Nirgendwo sowie einen grünen VW-Bulli kauft.

Was sie dort erlebt, wie sie sich aufrafft und was sie dann alles wegen (der Trennung von) Werner aus ihrem Leben macht (gottseidank, endlich) davon handelt dieses Buch.
Ein wenig sei verraten: Wir lernen sympatische Portugiesen kennen, ein kleines Dörfen mitten im Nirgendwo, einen Mann der auf den Namen Leo hört und einen zweiten namens Rui und es wird vieeeeel Wein getrunken.


Meine Meinung

Der Beginn des Buches verbreitet nicht gerade gute Stimmung. Clara war mir anfangs gar nicht zympatisch. Zu heulsuserig, zu viel Selbstmitleid.
Nein, nicht mein Buch dachte ich. Aber dann, als sie es endlich schafft sich aufzuraffen, da musste ich weiterlesen.
Man kann die Kargheit der Olivenhaine und des Alentejo geradezu sehen, wenn man das Buch liest. Es ist spannend mitzuerleben, wie sich Clara aufrafft und versucht aus ihrem Leben etwas zu machen!
Die komplette Story war mir zwar etwas zu seicht und hat mich ziemlich an das typische "Getrennte Frau sucht neue Liebe" Klischee erinnert, aber die portugisische Landschaft und die netten schrulligen Portugiesen holen vieles wieder raus.
Das Setting ist einfach mal ein anderes und die Herangehensweise von Clara auch.

Alles in allem ein nettes, unterhaltsames Buch, bei dem man ebenfalls Lust auf eine einsame Hütte in den Weiten Portugals bekommt.
Die Beschreibung des Landes und der Leute waren für mich aber auf jeden Fall der bessere Teil des Buches im Vergleich zu den Trennungs- und Liebegeschichten Claras.


Eine kurze Frage am Ende: Was soll das Cover damit zu tun haben? Die Zeichnung ist wirklich gut und okay, das Thema als solches trifft es auch, aber da hätte ich doch ein etwas 'mediteraneres' Bild gewählt.

Von mir bekommt das Buch 8 von 10 Punkten.


Montag, 18. Mai 2009

Gesellschaftsspiele - Louise Jacobs

"Gesellschaftsspiele" ist ein Roman aus dem Kunstmilieu.

Der Titel jedenfalls ist überaus passend gewählt, denn es geht grundsätzlich um die Auswirkungen der Gesellschaft auf den Menschen - im übertragenen Sinne kann man es als Frage betrachten: "Spielt die Gesellschaft mit uns?".
Was richtet die Gesellschaft mit uns an, wenn wir unter einem enormen Druck stehen?
Eben so geht es dem Protagonisten Leo Becker: Er steht unter dem Schaffensdruck als erfolgreicher Künstler - er soll Gemälde für eine Ausstellung im Metropolitan Museum N.Y. schaffen - und sieht sich mit zunehmendem Druck immer mehr gezwungen kreativ zu werden.
Sein eigener Schaffensdrang, seine Kreativität nehmen immer mehr ab und er geht in Existenszweifeln und seiner immer größeren Einsamkeit nahezu unter.

Dieser Zwiespalt zwischen Druck und eigenem Drank spiegelt sich auch in Leos verbleibenden Sozialkontakten wieder. Da ist Rahel, seine Ehefrau und Managerin, die aus gutem Hause stammt, aber nicht allzu selbstbewusst ist. Dagegen steht Leos Jugendfreundin Ebba, bei der er sich fallen lassen kann und die ihn als Mensch und nicht nur als Künstler wahrnimmt.

Der Stil bleibt distanziert und leicht fremdelnd - eine wirkliche Nähe zwischen den Menschen ist kaum spürbar, sondern es zeigt sich eher eine Anonymität. Manches mag auch überspitzt gezeichnet worden sein, im großen und ganzen bildet das Buch aber ein meiner Meinung nach realistisches Bild der heutigen Gesellschaft.
Das Buch zeigt deutlich, wie die Gesellschaft heute mit den Menschen umgeht.
Alles muss schneller, besser werden und die geforderte Leistung kann oftmals nur noch unter großem Druck und unter enormer seelischer Belastung erfüllt werden.
Gerade kreative und künstlerische, freidenkerische Menschen können, wie das Buch zeigt, an dieser Leistungsgesellschaft zugrunde gehen.

Wirkte Leo auf mich in der Leseprobe noch irgendwie unsympatisch (zu frustriert, zu unreif, zu abhängig, zu negativ) scheint mir jetzt doch ein realistisches Bild gezeichnet zu werden.
Seine Stimmung und sein beschriebenes Wesen werden durch den enormen Druck begründet.

Das Buch rüttelt wach (wie eigentlich alle Fahrenheit-Bücher), da man nicht so werden will wie Leo. Man beginnt über die Gesellschaft nachzudenken, und das ist sicher auch im Sinne der Autorin.

7, 5 von 10

William Paul Young - Die Hütte (Ein Wochenende mit Gott)

Der Klappentext verspricht "Dieses Buch verändert. Es nimmt Zweiflern die Zweifel, dem Traurigen die Trauer, es gibt dem Hoffnungslosen neue Hoffnung."
Ich denke, jeder muss selber entscheiden, ob dieses Buch das für einen vermag - gerade beim Thema Glaube ist es schwer zu Verallgemeinern.

Das Buch handelt von Makenzie Allen Phillips - kurz Mack - und wird erzählt von dessen Freund Willie (also dem Autor selber).
Mack ist seit mehreren Jahren in der "Großen Traurigkeit" gefangen. Vor ein paar Jahren war er mit seinen Kindern auf einem Campingausflug, wobei seine jüngste Tochter Missy verschwand.
Die Polizei konnte den Entführer nicht schnappen, aber seine Spuren ließen sich bis zu einer abgelegenen Hütte im Wald zurückverfolgen.
In der Jetzt-Zeit, in der der Roman spielt, bekommt Mack einen wundersamen Brief - eine Einladung in diese Hütte, unterzeichnet mit "Papa".
"Papa" ist für Macks Frau Nan ihr persönlicher Name für Gott, denn er ist ihr nach wie ein Vater. Mackenzie allerdings zweifelt seit dem Verlust stark an seinem Glauben und ist deshalb sehr verwirrt und auch verängstigt über den Brief.
Denn es ist ja wohl nicht normal, dass Gott Briefe schreibt, oder doch?
Um das zu ergründen macht sich Mack auf zur Hütte, wo seine Tochter verschwand.

In der Hütte trifft er mehrere Personen: Eine afroamerikanische Frau (Gott), einen palästinensisch anmutenden Mann (Jesus) und eine Asiatin (Der heilige Geist) - und die drei behaupten gemeinsam GOTT zu sein!
Sie laden Mack zu einem besonderen Wochenende ein - einem Wochenende mit Gott - und versuchen ihm auf ihre eigene ganz besondere Art den Glauben und seine Grundgedanken näher zu bringen.
So soll Mack es schaffen, das Verschwinden seiner Tochter zu überwinden und wieder zu sich selbst zu finden.

Meine Meinung:

Das Buch ist ein Buch was polarisiert.
Mir persönlich ist es zu postitiv. Die Grundnachricht kann man sicher zusammenfassen zu "Der Glauben ist die Lösung aller Probleme. Mit der Liebe zu Gott und seinen Mitmenschen kann man alles schaffen". Solange man glaubt und liebt, so wird einem nahegelegt, sind irrdische Probleme nebensächlich und klein.
Besonders passend formuliert es eine Stelle des Buches: "Die Freiheit ist ein Prozess, der stattfindet, wenn du dich auf eine Beziehung mit Jesus einlässt. Dann klären sich all die Probleme und Konflikte, die in dir brodeln."
Das ganze Buch und sein Stil erinnern sich (ich will damit niemanden verletzten!) an freikirchliche Gemeinden oder Predigttexte. Es wird sehr extrem, sehr nah am einfachen Menschen, sehr modern mit dem Glauben umgegangen.
Für mich ist das ganze zu modern - ich hätte mir einen wirklichen Diskurs gewünscht, aber obwohl Mack eigentlich in einer Glaubenskrise steckt, lässt er sich erstaunlich schnell (geradezu extrem schnell!) von Gott überzeugen, wandelt mit Jesus über das Wasser und vergibt den bösen Menschen aus seiner Vergangenheit.
Ob der Glaube wirklich der richtige Weg für alle Menschen ist, wird nicht diskutiert. Gott IST in diesem Buch die Lösung und dass muss der Leser akzeptieren.
Auch das Gespräch zu Gott gestaltet sich sehr ungebunden, ja manchmal flapsig, oft aber auch theatralisch. Da findet man Zitate wie:

"Und ich bin mir wirklich sicher, dass ihr mich niemals im Stich lassen werdet, und deshalb habe ich keine Angst..."

"Und eine Liebe, die größer war als sie beide, durchdrang sie und heilte sie."

"Ihm wurde bewusst, wie sehr er diesen Mann inzwischen liebte, diesen Menschen, der auch Gott war."

"Der Goldkram (im Himmel) ist ein Bild für mich (Jesus) und meiner Frau, die ich liebe. (...) Es ist ein Bild meiner Braut, der Kirche."

"Gehüllt in einen Mantel aus vielfarbig flammendem Licht stieß ein Fischadler auf den See hinunter (...) und strich dicht über der Wasseroberfläche dahin, wobei Funken von seinen Flügeln aufs Wasser fielen wie Schnee"

An einer Stelle sagt Jeses zu Gott: "Es war wirklich unglaublich, dir zuhören zu dürfen, wie du Liebe und Frieden in sein Herz hineingeflüstert hast. (...) Ich liebe es dein Sohn zu sein."

Sehr poetisch, manchmal zu poetisch und zu überdreht. Alles sehr positiv, geradezu enthusiastisch positiv.
Themen, wie das Mensch/Gott-Verhältnis Jesu, die Dreifaltigkeit, der Gedanke der Vergebung werden angerissen, aber mir persönlich zu unkritisch und zu schnell wieder abgehandelt.
Egal, wie schlimm etwas ist, was Mack erlebt hat, Gott schafft es innerhalb weniger Seiten ihn zu überzeugen, dass mit unendlivh viel Liebe und dem Glauben alles wieder paletti ist.
Alle Menschen sind Freunde, sogar für den Entführer der kleinen Missy findet sich kaum ein wirklich Böses Wort, sondern nur Lob für die Helfer, die Polizisten, die Freunde der Familie.

In den Grundgedanken und Ansätzen ein schönes Buch, allerdings für Erwachsene meiner Meinung nach zu Positiv.
Jemandem, der eine so persönliche und extrem nahe Einstellung zu seinem Glauben und Gott hat, mag dieses Buch gefallen und vielleicht Kraft spenden und erfüllen, was der Klappentext verspricht.
Aber mir, obwohl ich ein gläubiger Mensch bin, für den Glaube aber eher eine hintergründige, beobachtenden Rolle hat, für den wirkt das Buch denke ich überzeichnet und (man verzeihe mir) 'amerikanisch'.
Für Kinder im Kommunionalter oder Konfirmandenalter kann ich mir das Buch noch recht gut vorstellen, aber dann als Parabel gesehen und nicht als Roman.

6 von 10 Punkten = ganz nett.